Beschattete Teefelder in Uji im Frühling
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Uji und andere Matcha-Regionen: Was sagt die Herkunft aus?

Der grösste Teil des japanischen Tencha, des Rohstoffs für Matcha, kommt aus Kagoshima (38 Prozent, 2023), vor Kyoto mit Uji (23 Prozent), Shizuoka und Aichi mit Nishio. Die Herkunft verrät Klima und Tradition, aber nicht, aus welcher Ernte ein Matcha stammt.

Wo wird Matcha in Japan hergestellt?

Der Rohstoff für Matcha heisst Tencha: die beschatteten, gedämpften und getrockneten Teeblätter, aus denen Matcha gemahlen wird. Wer wissen will, woher Matcha kommt, schaut deshalb auf die Tencha-Produktion.

2023 produzierte Japan laut dem nationalen Verband der Teeproduzenten 4176 Tonnen Tencha. Rund 90 Prozent davon stammten aus fünf Präfekturen:

  • Kagoshima: 1585 Tonnen, 38 Prozent
  • Kyoto: 970 Tonnen, 23 Prozent
  • Shizuoka: 505 Tonnen, 12 Prozent
  • Aichi: 365 Tonnen, 9 Prozent
  • Mie: 314 Tonnen, 8 Prozent

Die Menge wächst seit Jahren. 2025 waren es landesweit 6278 Tonnen. Die Reihenfolge an der Spitze ist laut japanischem Landwirtschaftsministerium gleich geblieben: Kagoshima vor Kyoto und Shizuoka.

Matcha-Regionen im Überblick
RegionPräfektur oder LandAnteil am Tencha Japans 2023Bekannt für
KagoshimaKagoshima38%grösste Tencha-Menge, früheste Ernte
UjiKyoto23%historischer Ursprung, Beschattung seit dem 16. Jahrhundert
verschiedeneShizuoka12%grösste Teefläche, vor allem Sencha
NishioAichi9%Teefelder fast ganz für Tencha
verschiedeneMie8%Platz eins bei Gyokuro (beschatteter Blatt-Tee)
YameFukuokaunter den übrigen 10%beschatteter Blatt-Tee, geschützter Gyokuro
Zhejiang, GuizhouChinanicht Teil der Statistiküber 12'000 Tonnen Matcha 2025
Jeju, BoseongSüdkoreanicht Teil der Statistikzunehmende Matcha-Herstellung

Was ist das Besondere an Uji?

Uji liegt südlich der Stadt Kyoto und ist die historische Heimat des Matcha. Laut Landwirtschaftsministerium geht der Teeanbau dort auf Tee zurück, den der Mönch Eisai 1191 aus China mitbrachte. Im 16. Jahrhundert entwickelte man dort die Beschattung der Teefelder, um einen tiefgrünen, wenig herben Tee für die Teezeremonie zu gewinnen.

Heute steht Kyoto bei Tencha auf Platz zwei hinter Kagoshima. Wichtig zu wissen: Der Name Uji steht für die ganze Teeregion, nicht nur für die Stadt. 2024 wuchs der grösste Teil des Tencha aus der Präfektur Kyoto in anderen Gemeinden der Region, etwa in Wazuka und Ujitawara. Die Stadt Uji selbst lieferte knapp 4 Prozent.

Was bedeutet «Uji-Tee» auf der Verpackung?

Die Bezeichnung «Uji-Tee» (Ujicha) ist klar umrissen, aber weiter, als viele denken. Laut Landwirtschaftsministerium ist es Grüntee aus den Präfekturen Kyoto, Nara, Shiga und Mie, der von Betrieben in Kyoto nach der Methode aus Uji verarbeitet wird.

Ein Uji-Matcha kann also Blätter aus vier Präfekturen enthalten. Strenger ist die Kollektivmarke «Uji Tencha». Sie verlangt unter anderem Felder in Uji und Joyo, mindestens 30 Tage Beschattung und von Hand gepflückte Blätter der ersten Frühlingsernte (Ichibancha).

Die Bezeichnung wird auch missbraucht. Das japanische Landwirtschaftsministerium nennt Fälle, in denen Matcha aus China als «Uji-Matcha» verkauft wurde.

Was zeichnet Kagoshima aus?

Kagoshima im Süden der Insel Kyushu ist heute der grösste Tencha-Produzent Japans. 2024 und 2025 lag die Präfektur erstmals seit Beginn der Statistik auch bei der gesamten Rohtee-Menge vor Shizuoka.

Das warme Klima erlaubt eine lange Saison. Die erste Ernte des Jahres beginnt dort bereits Ende März. Viele Betriebe arbeiten mit grossen Maschinen. Dazu kommt eine grosse Auswahl an Teesorten (Cultivars).

Was ist mit Nishio in Aichi?

Die Präfektur Aichi steht bei Tencha auf Platz vier, 2025 mit 463 Tonnen. Das bekannteste Anbaugebiet ist Nishio. Von den rund 200 Hektar Teefeldern dort dienen laut einem Bericht von 2017 über 98 Prozent dem Tencha.

2017 wurde «Nishio no Matcha» als geografische Angabe geschützt. 2020 liess die Produzentenvereinigung den Schutz wieder streichen, weil die strengen Regeln die Kosten hoch hielten. Es war die erste Löschung dieser Art in Japan.

Welche Rolle spielen Shizuoka und Fukuoka?

Shizuoka hat die grösste Teefläche Japans und ist vor allem für Sencha bekannt. Bei Tencha steht die Präfektur auf Platz drei. 2024 machte Tencha erst etwa 2 Prozent ihrer Teeproduktion aus. Inzwischen verlagert die Präfektur ihren Schwerpunkt stärker auf Tencha und Bio-Tee.

Fukuoka ist mit dem Anbaugebiet Yame vor allem für Gyokuro bekannt, einen beschatteten Blatt-Tee. Dort liegt die Präfektur laut Landwirtschaftsministerium auf Platz drei. Seit 2015 ist «Yame Dentou Hongyokuro» als geografische Angabe geschützt. Auch Matcha wird in Yame hergestellt. Zu den fünf grössten Tencha-Präfekturen gehörte Fukuoka 2023 aber nicht.

Gibt es guten Matcha aus China oder Korea?

Matcha wird längst nicht mehr nur in Japan hergestellt. Laut dem chinesischen Teehandelsverband produzierte China 2025 über 12'000 Tonnen Matcha. Die grössten Mengen stammen aus Zhejiang und aus Guizhou, vor allem aus der Stadt Tongren. Die Hersteller beliefern unter anderem Getränkeketten und die Lebensmittelindustrie.

Die Zahlen aus China und Japan lassen sich nicht direkt vergleichen. Die japanische Statistik zählt Tencha, die chinesische Matcha. Zudem ist nicht überall gleich definiert, was als Matcha gilt.

Auch in Südkorea wird Matcha hergestellt, etwa auf der Insel Jeju und in Boseong im Süden des Festlands. Verlässliche Produktionszahlen haben wir dafür nicht gefunden.

Die Herkunft allein sagt nichts über die Qualität. Es gibt sorgfältig gemachten Matcha aus China und Korea, genauso wie einfachen Matcha aus Japan. Entscheidend sind vor allem die Ernte und die Verarbeitung.

Was sagt dir die Herkunft, und was nicht?

Die Herkunft verrät dir einiges:

  • das Land, das in der Schweiz zu den Pflichtangaben auf der Verpackung gehört
  • das Klima und die Tradition einer Region
  • ob ein Hersteller seine Lieferkette offenlegt

Sie verrät dir nicht:

  • aus welcher Ernte der Matcha stammt (erste Frühlingsernte oder später im Jahr)
  • wie lange die Pflanzen beschattet wurden
  • wie fein und wie schonend gemahlen wurde
  • wie frisch der Matcha ist

Ein Matcha aus Uji kann aus einer späten Ernte stammen, ein Matcha aus Kagoshima aus der ersten Frühlingsernte. Warum die Ernte so viel ausmacht, erklären wir in Erste Frühlingsernte vs. spätere Ernten. Auch Begriffe wie «ceremonial grade» sind nicht geregelt, mehr dazu in Was «ceremonial grade» wirklich bedeutet.

Unser Matcha kommt direkt von einer Produzentenfamilie in Uji, aus der ersten Frühlingsernte und Bio-zertifiziert. Mehr zur Herkunft steht unter Über deinen Matcha.

FAQ

Kommt der meiste Matcha aus Uji?

Nein. 2023 stammten 38 Prozent des japanischen Tencha aus Kagoshima und 23 Prozent aus Kyoto, wo Uji liegt. Uji ist die historische Heimat des Matcha, aber nicht mehr die grösste Region.

Was bedeutet «Uji-Matcha»?

Uji-Tee ist laut japanischem Landwirtschaftsministerium Grüntee aus Kyoto, Nara, Shiga und Mie, der von Betrieben in Kyoto nach der Methode aus Uji verarbeitet wird. Strengere Regeln gelten für die Kollektivmarke «Uji Tencha».

Ist Matcha aus Kagoshima schlechter als Matcha aus Uji?

Nicht automatisch. Über die Qualität entscheiden vor allem Ernte und Verarbeitung, und in beiden Regionen gibt es Matcha in allen Qualitätsstufen.

Wird Matcha auch in China hergestellt?

Ja. Laut dem chinesischen Teehandelsverband produzierte China 2025 über 12'000 Tonnen Matcha, vor allem in Zhejiang und Guizhou. Die Zahlen sind wegen anderer Definitionen nicht direkt mit der japanischen Tencha-Statistik vergleichbar.

Muss die Herkunft von Matcha auf der Verpackung stehen?

In der Schweiz gehört das Produktionsland zu den Pflichtangaben auf Lebensmitteln. Eine Region wie Uji oder Kagoshima ist eine freiwillige Angabe.

Quellen