Beschattete Teefelder in Uji im Frühling
Vergleich

Matcha oder Hojicha: Was ist der Unterschied?

Matcha und Hojicha stammen von derselben Teepflanze: Matcha wird aus beschatteten, gedämpften Blättern gemahlen und bleibt grün, Hojicha wird geröstet und wird braun. Matcha schmeckt nach Umami, Hojicha geröstet und nussig und enthält meist etwas weniger Koffein.

Was ist Hojicha?

Hojicha ist gerösteter Grüntee. Der Name kommt vom japanischen Wort für Rösten. Die Blätter stammen von derselben Teepflanze wie Matcha, Camellia sinensis.

Matcha und Hojicha sind also verwandt, aber nicht dasselbe. Matcha bleibt grün, weil die Blätter nur gedämpft und getrocknet werden. Hojicha wird nach dem Trocknen geröstet und dadurch braun.

Wie unterscheidet sich die Herstellung?

Für Matcha werden die Teesträucher vor der Ernte einige Wochen beschattet. Die jungen Blätter werden gedämpft, ungerollt getrocknet, von Stielen und Blattadern befreit und auf Steinmühlen gemahlen. Die Details stehen in Wie wird Matcha hergestellt?

Für Hojicha werden getrocknete Grünteeblätter bei hoher Hitze geröstet. Je nach Hersteller stammen die Blätter aus der ersten oder aus späteren Ernten, manchmal werden auch Stiele geröstet. Für Hojicha-Pulver werden die gerösteten Blätter danach gemahlen.

Warum ist Hojicha braun?

Hitze baut das grüne Chlorophyll ab, ähnlich wie bei gekochtem Gemüse. Gleichzeitig laufen beim Rösten Bräunungsreaktionen ab, die auch Brotkruste oder Kaffee braun machen.

In einer japanischen Röststudie mit Teestielen, geröstet bei 180 bis 220°C, verschob sich die Farbe mit zunehmender Hitze von Gelbgrün zu Rotbraun. Genau diesen Farbton hat Hojicha: rötlich braun statt grün.

Wie schmecken Matcha und Hojicha?

Matcha schmeckt nach Umami und leicht süsslich. Je nach Qualität kommt etwas Bitterkeit dazu. Das Umami kommt vor allem von Theanin, einer Aminosäure, die durch die Beschattung im Blatt bleibt.

Hojicha schmeckt geröstet und nussig, oft mit Noten von Haselnuss. Die gleiche Röststudie zeigt, warum: Beim Rösten nehmen Catechine und Theanin stark ab, also die Stoffe für Bitterkeit und Umami. Dafür entstehen Röstaromen, darunter sogenannte Pyrazine.

Hojicha schmeckt darum kaum bitter, aber auch weniger nach Umami. Wer Matcha zu grasig findet, mag Hojicha oft lieber, und umgekehrt.

Matcha und Hojicha im Vergleich
MerkmalMatchaHojicha
VerarbeitungBeschattet, gedämpft, getrocknet, gemahlenGrüntee, bei hoher Hitze geröstet
FarbeLeuchtend grünRötlich braun
GeschmackUmami, leicht süsslichGeröstet und nussig
KoffeinRund 64mg pro 2g PulverMeist etwas weniger, je nach Blatt und Röstung
Zubereitung2g, 40ml, max. 80°C2g, 40ml, max. 80°C
Am bestenHeiss oder mit EisHeiss

Hat Hojicha weniger Koffein als Matcha?

Meist etwas weniger, aber Hojicha ist nicht koffeinfrei. Und der Unterschied ist kleiner, als die braune Farbe vermuten lässt.

Zuerst die Zahlen aus der offiziellen japanischen Lebensmitteltabelle, die das japanische Landwirtschaftsministerium zitiert. Matcha-Pulver enthält 3.2g Koffein pro 100g. Eine Portion von 2g kommt damit auf rund 64mg. Aufgegossener Hojicha enthält 20mg pro 100ml, gleich viel wie aufgegossener Sencha, der gewöhnliche japanische Grüntee. Beim Aufguss trinkst Du aber nur das Wasser, nicht das ganze Blatt.

Bei gemahlenem Hojicha trinkst Du wie bei Matcha das ganze Blatt. Dass er trotzdem meist weniger Koffein enthält, hat zwei Gründe:

  • Das Rösten: In zwei Untersuchungen mit Förderung des japanischen Landwirtschaftsministeriums sank der Koffeingehalt durch das Rösten im Schnitt um 12 und 17 Prozent. Die Werte schwankten stark. Einzelne Proben verloren bis zur Hälfte, einige enthielten nach dem Rösten sogar etwas mehr.
  • Das Blatt: In Studien enthalten ältere Blätter späterer Ernten weniger Koffein als junge Blätter der ersten Ernte. Beschattung, wie bei Matcha, erhöhte den Koffeingehalt in einer Studie von 2022 dagegen.

Einen eigenen Laborwert für unseren Hojicha haben wir nicht. Darum nennen wir hier keine feste Zahl. Wie viel Koffein Matcha im Vergleich zu Kaffee hat, steht in Matcha vs. Kaffee.

Wie bereitest Du Hojicha zu?

Hojicha-Pulver bereitest Du genau wie Matcha zu:

  1. Gib 2g Hojicha in eine Schale.
  2. Giesse 40ml Wasser mit höchstens 80°C dazu.
  3. Schlage ihn mit dem befeuchteten Bambusbesen (auf Japanisch Chasen) 10 bis 15 Sekunden im Zickzack auf.

Pur oder mit 80 bis 120ml aufgeschäumter (Hafer-)Milch als Latte. Hojicha schmeckt heiss am besten. Kalt kann er etwas herb wirken. Für Matcha gilt dieselbe Basis, heiss wie mit Eis. Die ganze Anleitung findest Du in unserer Zubereitung.

Wann passt welcher Tee?

  • Matcha: wenn Du Umami und eine leuchtend grüne Farbe magst. Pur oder als Latte, heiss wie mit Eis.
  • Hojicha: wenn Du geröstete, nussige Aromen magst. Am besten heiss, pur oder als Latte, besonders in der kühleren Jahreszeit.

Achtest Du auf Deine Koffeinmenge, ist Hojicha meist die Wahl mit etwas weniger Koffein. Koffeinfrei ist er aber nicht.

Unser Matcha und Hojicha

Unser Hojicha ist ein mittel geröstetes Pulver aus der zweiten Ernte, von denselben Feldern wie unser Matcha aus Uji. Beide sind Bio-zertifiziert und lassen sich im Matcha & Hojicha Duo nebeneinander probieren.

FAQ

Hat Hojicha weniger Koffein als Matcha?

Meist etwas weniger, weil Rösten einen Teil des Koffeins abbaut und für Hojicha teils ältere Blätter mit weniger Koffein verwendet werden. Koffeinfrei ist Hojicha aber nicht.

Ist Hojicha das Gleiche wie Matcha?

Nein. Beide stammen von derselben Teepflanze. Matcha wird gedämpft und bleibt grün, Hojicha wird geröstet und wird braun.

Kann man Hojicha wie Matcha zubereiten?

Ja, Hojicha-Pulver bereitest Du genau gleich zu: 2g in eine Schale, 40ml Wasser mit höchstens 80°C dazu und mit dem Bambusbesen aufschlagen.

Warum schmeckt Hojicha kaum bitter?

Beim Rösten nehmen die Catechine stark ab, die Tee bitter machen. Dafür entstehen Röstaromen.

Trinkt man Hojicha heiss oder kalt?

Am besten heiss, pur oder als Latte. Kalt kann er etwas herb wirken.