Beschattete Teefelder in Uji im Frühling
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Warum ist Matcha teurer geworden?

Matcha ist teurer geworden, weil sein Rohstoff Tencha in Japan 2025 im Schnitt 8'562 Yen pro Kilo kostete, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und der fünfte Anstieg in Folge. Die Nachfrage ist weltweit stark gestiegen, das Angebot hält wegen Hitze und fehlender Arbeitskräfte nicht Schritt.

Wie viel teurer ist der Rohstoff für Matcha geworden?

Der Rohstoff für Matcha heisst Tencha: die beschatteten, gedämpften und getrockneten Teeblätter, aus denen Matcha gemahlen wird. Steigt der Tencha-Preis, wird auch Matcha teurer.

2025 kostete Tencha in Japan im Schnitt 8'562 Yen pro Kilo. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Laut dem japanischen Verband der Teeproduzenten war es der fünfte Anstieg in Folge. Das japanische Landwirtschaftsministerium (MAFF) weist denselben Wert aus.

Tencha aus der ersten Frühlingsernte (Ichibancha) kostete 2025 im Schnitt 10'030 Yen pro Kilo. Sencha, der klassische japanische Blatt-Grüntee, kostete 1'746 Yen. Tencha war damit rund 4,9-mal so teuer.

2026 stiegen die Preise weiter. Am ersten Tencha-Markt in Kyoto im Mai 2026 kostete maschinell geernteter Tencha im Schnitt 13'972 Yen pro Kilo, rund 1,7-mal so viel wie im Vorjahr. Das berichtet die Global Japanese Tea Association mit Verweis auf japanische Presseberichte. Laut MAFF wurde die erste Frühlingsernte 2026 in Kagoshima rund doppelt so teuer gehandelt wie im Vorjahr, in Shizuoka rund 70% teurer.

Kennzahlen zum Matcha-Preis. Die Tencha- und Sencha-Preise sind Rohteepreise der Produzenten in Japan, keine Ladenpreise.
KennzahlWertJahrQuelle
Tencha, Durchschnitt aller Ernten8'562 Yen pro Kilo, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr2025MAFF, Jiji Press
Tencha, erste Frühlingsernte10'030 Yen pro Kilo2025MAFF
Sencha, Durchschnitt aller Ernten1'746 Yen pro Kilo2025MAFF
Erster Tencha-Markt in Kyoto8'235 Yen pro Kilo, Rekord (bisher 2016: 4'862 Yen)Mai 2025Reuters
Erster Tencha-Markt in Kyoto, maschinell geerntet13'972 Yen pro Kilo, rund 1,7-mal so viel wie 2025Mai 2026GJTEA
Tencha-Produktion in Japanrund 3,2-mal so viel wie 20142025MAFF
Grüntee-Exporte Japans72,1 Milliarden Yen, Rekord2025MAFF
Arbeitskräfte im Teeanbau7'726 (2010: 28'116), davon 63% über 652025MAFF
Wechselkurs1 Franken = rund 192 Yen (Oktober 2021: rund 124)Oktober 2026fxfeed.io

Warum ist die Nachfrage so stark gestiegen?

Matcha ist weltweit gefragt, vor allem als Matcha-Latte in Cafés und auf Social Media. Die Nachrichtenagentur AP berichtete im September 2025 von einem US-Importeur, der für die beste Qualität der Ernte 2025 rund 75% mehr bezahlte als im Vorjahr.

Japans Grüntee-Exporte erreichten 2025 mit 72,1 Milliarden Yen einen Rekord. Pulvertee, zu dem Matcha gehört, machte 69% der Menge und 84% des Werts aus. Die USA nahmen laut der Zeitung Yomiuri Shimbun mehr als 30% der Exporte ab.

Die Nachfrage hält an. Von Januar bis August 2026 exportierte Japan laut MAFF Grüntee im Wert von 67,4 Milliarden Yen, mehr als im gleichen Zeitraum 2025.

Warum produziert Japan nicht einfach mehr Tencha?

Japan produziert bereits deutlich mehr: 2025 rund 3,2-mal so viel Tencha wie 2014. Trotzdem macht Tencha erst 8,6% der gesamten japanischen Rohteeproduktion aus.

Tencha braucht eigene Arbeitsschritte. Die Teesträucher werden vor der Ernte beschattet. Nach der Ernte werden die Blätter gedämpft und getrocknet, danach von Stielen und Blattadern befreit. Wie das im Detail abläuft, erklärt der Artikel So wird Matcha hergestellt.

Neue Teefelder brauchen rund fünf Jahre bis zur ersten Ernte. Das Angebot reagiert deshalb langsam auf eine höhere Nachfrage.

Dazu kommen fehlende Arbeitskräfte. Die Zahl der Menschen, die hauptsächlich im Teeanbau arbeiten, sank in Japan von 28'116 im Jahr 2010 auf 7'726 im Jahr 2025. Der Anteil der über 65-Jährigen stieg im selben Zeitraum von 55% auf 63%.

Viele Betriebe stellen zudem nur vorsichtig von Sencha auf Tencha um. Laut AP fürchten sie, dass der Boom wieder abflaut. Wer umstellt, produziert weniger Sencha. Darum steigen in Japan inzwischen auch die Sencha-Preise.

Welche Rolle spielt das Wetter?

2024 war in Japan das heisseste Jahr seit Messbeginn. Laut Reuters schwächte die Hitze im Sommer 2024 die Teesträucher, die Frühlingsernte 2025 fiel dadurch kleiner aus. Auch AP berichtete von einer wetterbedingt kleineren Ernte.

Am ersten Tencha-Markt in Kyoto im Mai 2025 lag der Durchschnittspreis bei 8'235 Yen pro Kilo. Das war ein Rekord, der bisherige Höchstwert von 2016 lag bei 4'862 Yen. Die geschwächte Ernte traf auf eine stark gestiegene Nachfrage.

Was haben die US-Zölle damit zu tun?

2025 erhoben die USA einen Zoll von 15% auf Importe aus Japan, auch auf Tee. AP nannte das als einen weiteren Preisfaktor für amerikanische Käufer.

Seit dem 13. November 2025 ist Tee von diesen Zöllen ausgenommen (Executive Order 14360). Für Matcha, der in die Schweiz kommt, galten sie nie. Sie betrafen nur Importe in die USA.

Was bedeutet das für Käufer in der Schweiz?

Der starke Franken dämpft den Anstieg etwas. Im Oktober 2021 bekam man für einen Franken rund 124 Yen, im Oktober 2026 rund 192 Yen. Der Tencha-Preis hat sich aber allein 2025 mehr als verdoppelt. Das ist deutlich mehr als der Währungseffekt.

Pro Portion bleibt Matcha überschaubar. Bei CHF 8 pro 10g kostet eine Portion mit 2g CHF 1.60.

Was beim Einkauf hilft:

  • Den Preis pro 10g vergleichen statt den Packungspreis. Wie das geht, steht im Artikel Matcha kaufen in der Schweiz.
  • Bei Preisänderungen auf Ernte und Herkunft achten. Wird die Beschreibung vager, lohnt sich ein zweiter Blick.
  • Fürs Backen genügt Matcha aus einer späteren Ernte. Er ist günstiger, und im Teig fällt der Unterschied kaum auf.
  • Nur so viel kaufen, wie du in etwa drei Monaten nach dem Öffnen aufbrauchst. Ein grosser Vorrat verliert an Frische.

Wir kaufen unseren Matcha direkt von einer Produzentenfamilie in Uji. Unsere Preise folgen ihren Preisen. Die Qualität bleibt dieselbe: Bio-Matcha aus der ersten Frühlingsernte, Bio-zertifiziert mit CH-BIO-006.

FAQ

Wird Matcha wieder günstiger?

Das lässt sich nicht sicher sagen. Neue Teefelder brauchen rund fünf Jahre bis zur ersten Ernte, darum reagiert das Angebot nur verzögert, und die Exporte lagen 2026 bis August über dem Vorjahr.

Lohnt es sich, jetzt Matcha auf Vorrat zu kaufen?

Eher nicht. Geöffneter Matcha ist innerhalb von etwa drei Monaten am besten, ein grosser Vorrat verliert also an Frische.

Warum ist Matcha so viel teurer als Sencha?

Tencha wird vor der Ernte beschattet und eigens verarbeitet, bevor er zu Matcha gemahlen wird. 2025 kostete Tencha als Rohtee rund 4,9-mal so viel wie Sencha.

Gelten die US-Zölle auch für Matcha in der Schweiz?

Nein. Die Zölle betrafen nur Importe in die USA, und seit dem 13. November 2025 ist Tee dort davon ausgenommen.

Ist teurer Matcha automatisch besser?

Nein. Der Preis folgt auch dem Rohstoffmarkt. Mehr sagen die Angaben zu Ernte und Herkunft sowie der Schaumtest zu Hause.